Bereiche

Frauen im Sport

Verhandeln, überzeugen, durchsetzen

Mit Persönlichkeit zum Erfolg

Tonja Bröder

An „Persönlichkeit“ mangelte es den zwölf Damen, die sich zum Seminar des LA-FiS eingefunden haben, bei weitem nicht! Somit lag der Fokus darauf, sich durch Referentin Marita Scheer-Schneider das nötige Handwerkszeug zum „Verhandeln, überzeugen, durchsetzen“ anzueignen.

Das aufgrund der im vergangenen Jahr großen Nachfrage erneut angebotene Seminar erstreckte sich über zwei Tage. Die Zielgruppe, die aus Vereins-, Verbands- oder Sportkreisvertreterinnen bestand und im Ehren- oder Hauptamt tätig ist, nutzte das Wochenende, um sowohl in privaten wie auch beruflichen Situationen zukünftig besser argumentieren und ihren Standpunkt vertreten zu können.

An praxisnahen Beispielen, in Gruppenarbeiten und in der Selbstreflexion schaffte es Marita Scheer-Schneider, das Erlernen einer selbstsicheren, zielgerichteten und trotzdem kompromissoffenen Argumentationstechnik zu vermitteln.

Der Austausch in der Gruppe, die aktive Mitarbeit und „querdenkende“ Elemente (siehe Foto unten „Wie hoch ist Euer Fantasie-Quotient?“) machten das Seminar zu einem kurzweiligen und effektiven Erlebnis.

Tonja Bröder
stv. Vorsitzende LA-FiS

Wie hoch ist Ihr Fantasiequotient?

Auflösung (v.l.n.r.): Achtel (8 L), Zweifel (2 fel), Stadtviertel, Viertel (4 tel), Rückwärtsgang (Gang rückwärts gelesen), Dreirad (3 Rad), Fernsehunterhaltung (Fernseh unter Haltung), Wegkreuzung

 

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Frauen-Vollversammlung des LA-FiS mit zahlreicher Beteiligung

Fechter verteidigen Sportakrobatinnen

Foto: Ute Hoyer

Frankfurt, 21.02.2015 – Kurzweilig war die diesjährige Frauen-Vollversammlung des Landesausschuss Frauen im Sport. Und … zahlreich besucht.

Nachdem die für den Herbst 2014 geplante Sitzung mangels Teilnehmerinnen abgesagt werden musste, erfreuten sich über 50 Damen an einem unterhaltsamen Programm im Frankfurter Lindner Hotel.

Der straff abgehaltene parlamentarische Teil, in dem der Landesausschuss um Vorsitzende Beate Schmidt von den Höhepunkten des vergangenen Jahres berichtete, wurde von den anwesenden Teilnehmerinnen punktuell für einen regen Gedankenaustausch genutzt.

Das Augenmerk legten die Organisatoren jedoch auf den folgenden praktischen Teil. Mit Darbietungen im Bereich Fechten, Sportakrobatik und Selbstverteidigung ermöglichten sie einen weitreichenden Einblick in drei – zugegebenermaßen – Randsportarten.

Waltraud Nüßer, Frauenbeauftragte des Hessischen Fechter-Verbands, stellte in einem Impulsreferat die Unterschiede der Sportart Fechten vor, die sie selbst seit 50 Jahren aktiv betreibt. Während beim Florett nur der Rumpf als Angriffsfläche dient, können beim Säbel die Treffer durch Hieb- und Stichtechniken am ganzen Oberkörper und Arm erzielt werden. Die größte Punktefläche gibt es beim Degen. Hier zählt der gesamte Körper samt Händen, weshalb der Degen auch mit einer Riesenglocke ausgestattet ist, die diese schützen soll.

Foto: Alexander Iser

Von den in ihren Fechtanzügen im Vergleich kompakt wirkenden Jugendlichen ging es nahtlos über zur Darbietung der äußerst grazil wirkenden Sportakrobatinnen.

Neun junge Damen zwischen acht und 18 Jahren der SVG Nieder-Liebersbach zeigten turnerische Elemente vom Feinsten. Mit Erläuterungen von Jeanette Defièbre-Doering (Stellv. Abteilungsleiterin) und Dr. Doreen Heckmann-Nötzel (Sportl. Leiterin) wurden nicht nur die Grundfiguren der Sportakrobatik zum Besten gegeben. Drei Dreierformationen zeigten musikalisch untermalt spektakuläre Wurf- und Hebeelemente, abgerundet durch eine mitreißende Choreografie. Mit bis zu fünfmaligem Training in der Woche ist das Engagement des Nachwuchses nicht zu unterschätzen. Doch die Erfolge geben den Kindern und Jugendlichen die gehörige Motivationsspritze. So ist die SVG Nieder-Liebersbach derzeit die erfolgreichste Mannschaft in der Hessen- und Landesliga und auch als Showakrobatik-Gruppe zu buchen (www.svg-sportakrobatik.de). Erika Müllmann, Lu-Röder-Preisträgerin 2013 und Stellvertretende Präsidentin des hessischen Sportakrobatik-Verbandes zeigte sich begeistert von der Darbietung ihrer Schützlinge. Sie stärkte ihrem Mann Norbert den Rücken, der als Präsident die Laudatio auf diese anspruchsvolle Sportart hielt.

Dass sich das bekannte Tief nach dem Mittagessen gar nicht erst breit machen konnte, dafür sorgte Beate Berghausen mit ihrem Mitmach-Vortrag zum Thema Selbstverteidigung. Beeindruckende Bilder und praktische Beispiele machten manch unangenehme – weil ungewohnte - Situation zu einem spannenden Erlebnis.

Die Trainerin des Selbstverteidigungsverein Rüsselsheim e.V. zeigte auf, wie Selbstbehauptung erfolgreich gelehrt werden kann und erläuterte, warum sie ihre Kurse auf Jahresbasis anbietet. Ganz einfach, weil es Routine bedarf, um innere Kraft und Selbstvertrauen aufzubauen. Mit profanen Mitteln wie Luftballons oder Rohrverkleidungen gab sie den Teilnehmerinnen Gelegenheit, sich selbst vor dem Angriff des Gegenübers zu verteidigen. Höhepunkt für die begeistert hospitierenden Sportakrobatinnen war das Durchschlagen von Holzbrettern aus dem Stehgreif. Dass die zarten Mädchen dazu in der Lage sein würden, überraschte nicht nur die anwesenden Zuschauer. Vor allem überraschte es die Mädchen selbst. Wenn das das Ergebnis eines einstündigen Vortrags über Selbstbehauptung ist, was kommt dann erst recht bei einem Jahrestraining raus?

Und wer wissen möchte, was in Klarsichtfolie eingewickelte Bananen mit Selbstverteidigung zu tun haben, der kann es im Training bei Beate Berghausen herausfinden (www.selbstverteidigungsverein.de).

Foto: Alexander Iser