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Spuren des Sports

Veranstaltungsreihe setzt sich kritisch mit Olympischen Spielen 1936 auseinander

Spuren des Sports

Sie sind als „Spiele unter dem Hakenkreuz“ in die Geschichte eingegangen. Als Inszenierung der nationalsozialistischen Propaganda, wie sie bis heute einmalig ist. Die Rede ist von den Olympischen Spielen 1936 in Berlin. Beteiligt waren daran auch Athleten aus Frankfurt am Main. Andere Frankfurter Sportler wurden von der Teilnahme ausgeschlossen.

Heute, 80 Jahre nach den Ereignissen von 1936, befasst sich der Sportkreis Frankfurt in einer Vortragsreihe zur Sportgeschichte kritisch mit den Sommerspielen von Berlin. Nach der Auftaktveranstaltung im April („Frankfurter Olympioniken“) stehen bis November noch vier weitere Vorträge auf dem Programm.

Nach einer kritischen Auseinandersetzung mit den Olympiafilmen von Leni Riefenstahl (8. Juni) richtet sich am 14. September der Blick auf fünf Frankfurter, die in der Olympischen Hockey-Gemeinschaft aktiv waren. Unter dem Titel „Helene Mayer – Tragisches Schicksal eines Sportidols“ wird am 13. Oktober auf die Geschichte der Fechterin zurückgeblickt. Um die Ausgrenzung und Selbstbehauptung Jüdischen Sports in Frankfurt geht es zum Abschluss am 2. November.

Mit Rückblick auf diesen Teil der deutschen Geschichte stellt der Vorsitzende des Sportkreises Frankfurt, Roland Frischkorn, fest: „Es bleibt die Verantwortung des organisierten Sports, wachsam zu sein und gegen den Missbrauch des Sports für die Legitimation von Unterdrückung und Verfolgung aufzustehen.“

Dies beteuert auch Dr. Rolf Müller, Präsident des Landessportbundes Hessen: „Die Geschichte muss uns eine Lehre sein. Wir sollten  deshalb genau hinschauen und kritische hinterfragen, wenn Olympische Spiele und andere sportliche Großereignisse heute an autokratische Regime vergeben werden.“ Nicht zuletzt deshalb fördert der Arbeitskreis „Sport und Geschichte“ des Landessportbundes Hessen die Vortragsreihe.

Die Veranstaltungen im Überblick:

„Die Olympiafilme von Leni Riefenstahl“
Mittwoch, 8. Juni 2016, 19.00 Uhr
Gallus-Theater, Kleyerstraße 15, 60326 Frankfurt
Referent: Urs Spörri (Frankfurt)

Fünf Frankfurter in der Olympischen Hockey-Gemeinschaft
Mittwoch, 14. September 2016, 18.30 Uhr
Klubhaus/Clubhütte des Sport-Club „Frankfurt 1880“, Feldgerichtstr. 29,
60320 Frankfurt
Referent: Dr. Martin Happ (Frechen)

Helene Mayer – Tragisches Schicksal eines Sportidols
Donnerstag, 13. Oktober 2016, 18.30 Uhr
Aula der Schillerschule Frankfurt, Morgensternstraße 3, 60596 Frankfurt
Referent: Waldemar Krug (Fechtclub Offenbach von 1863 e.V.)

Ausgrenzung und Selbstbehauptung des Jüdischen Sports in Frankfurt
Mittwoch, 2. November 2016, 18.30 Uhr
Eintracht Frankfurt Museum, Commerzbank-Arena/Haupttribüne,
Mörfelder Landstraße 362, 60528 Frankfurt
Referentin: Helga Roos (Sportkreis Frankfurt e.V.)

 

Den Flyer zur Veranstaltungsreihe können Sie hier herunterladen.