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09.10.2016 -

15. Olympische Ballnacht in Wiesbaden:

Schneider und Hambüchen sind Sportler des Jahres 2016

Dorothee Schneider und Fabian Hambüchen sind Hessens Sportler des Jahres 2016. Die Ehrung der Dressurreiterin, die für den Frankfurter Turnierstall Schwarz-Gelb  startet, und des Turners, von der TSG Niedergirmes, war einer der Höhepunkte der 15. Olympischen Ballnacht im Kurhaus Wiesbaden. Im festlichen Rahmen und unter den Augen zahlreicher prominenter Gäste, darunter Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier, wurden die Preisträger der unterschiedlichen Kategorien bekanntgegeben und ausgezeichnet.

Mannschaft des Jahres wurden die hessischen Spielerinnen der Frauen-Fußball Nationalmannschaft, in der Kategorie Sportler mit Behinderung erhielt die Schützin Natascha Hiltrop die meisten Stimmen. Nachwuchssportlerin des Jahres wurde die Leichtathletin Lisa Mayer von der LG Langgöns/Oberkleen. Hessens Trainer des Jahres wurde Wolfgang Hambüchen, Vater und Trainer von Fabian Hambüchen.

Gewählt hat die Preisträger eine Jury aus Chefredakteuren und Sportressortleitern hessischer Medien. Die Entscheidungen waren in diesem Jahr besonders schwierig, da neben den Preisträgerinnen und Preisträgern mit Henri Junghänel, Christian Reitz und Sönke Rothenberger so viele olympische Goldmedaillengewinner zur Wahl standen wie nie zuvor. Dementsprechend knapp waren die Abstände zwischen Siegern und Platzierten. Das Preisgeld in Höhe von insgesamt 5.500 Euro (je 1.000 Euro für die Sportler, Mannschaft und Trainer des Jahres sowie 500 Euro in der Kategorie Newcomer) stellte erneut die Spielbank Wiesbaden zur Verfügung. In ihren Reden hoben die Laudatoren neben den herausragenden Leistungen der hessischen Top-Sportler und -Sportlerinnen auch ihre Vorbildfunktion in Sachen Fairness, Teamgeist und Durchhaltevermögen hervor.

Zu den Preisträgern:

Hessens Sportlerin des Jahres: Dorothee Schneider (Frankfurter Turnierstall Schwarz-Gelb)
„Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde. Bei Dorothee Schneider lag es in diesem Jahr auf dem Rücken von 'Showtime'“, sagte Andreas Krautwald, Geschäftsführer der Spielbank Wiesbaden, in seiner Laudatio auf Hessens Sportlerin des Jahres. Dem konnte die Gewinnerin nicht viel entgegnen: „Ich bin überglücklich und gerührt“,  sagte Dorothee Schneider freudestrahlend.
Ihre Schlagfertigkeit hatte Dorothee Schneider dabei nicht verloren. Auf die Frage von Andreas Krautwald, wie viel Krafttraining für ihren Sport notwendig sei, antwortete sie schlicht „Gar keins, beim Pferd ist es angezeigt, mit Gefühl heranzugehen.“
Die Dressurreiterin aus Framersheim, die für den Frankfurter Turnerstall Schwarz Gelb startet, hatte in Rio für einen der herausragenden olympischen Momente gesorgt. Mit dem Gewinn der Goldmedaille im Dressur Mannschaftswettbewerb setzt Dorothee Schneider die Reihe erfolgreicher Hessen im Dressursport fort. Die Goldmedaille ist ihr bislang größter Erfolg und krönte ein außerordentlich starkes Jahr. 2016 hat Dorothee Schneider bei den Deutschen Meisterschaften erstmals den Einzel-Titel in der Grand Prix Kür gewonnen, einen Tag zuvor war sie Vizemeisterin in der Grand Prix Special-Wertung geworden. Es werden nicht die letzten Titel für die 47-jährige Sportlerin gewesen sein. Aktuell rangiert die Pferdewirtschaftsmeisterin mit eigenem Gestüt auf Rang 3 der Weltrangliste der Dressurreiter.


Hessens Sportler des Jahres: Fabian Hambüchen (TSG Niedergirmes)
Er hat in Rio Sportgeschichte geschrieben: Fabian Hambüchen krönte bei den Olympischen Spielen eine Sportlerkarriere, die einzigartig ist. Das machte auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier in seiner Laudatio deutlich. „Er war jüngster Teilnehmer der olympischen Spiele von Athen und hat neben vielen weiteren Titeln bei Olympischen Spielen Bronze, Silber und jetzt Gold gewonnen“, zählte Bouffier einen Teil von Hambüchens Erfolgen auf. „Wer allerdings weiß, wie schlecht dieses Jahr für Fabian angefangen hat, der kann ermessen was für ein ganz besonderer Moment der Gewinn dieser Medaille für ihn war.“

Das bestätigte auch der Geehrte, der unter stehenden Ovationen die Bühne betreten hatte: „Der Körper ist unser Kapital und nicht immer gehen wir nur pfleglich damit um. Wenn du dann solche Schmerzen hast, dass du nicht mal die Kaffeetasse problemlos aus dem Schrank herausholen kannst, dann kommen schon Zweifel auf“, gestattete der 28-Jährige dem Publikum einen Einblick in seine Gefühlslage angesichts seines Verletzungspechs. Bis kurz vor den Spielen von Rio war noch unklar gewesen, ob er überhaupt antreten konnte.   

Mit seinem Einzel-Sieg am Reck hat Fabian Hambüchen einen goldenen Schlusspunkt unter einen sportlichen Werdegang gesetzt, der mit ersten internationalen Erfolgen im Alter von 14 Jahren begonnen hatte und mit dem Gewinn von Welt- und Europameistertiteln zahlreiche Höhepunkte hatte. Viermal nahm Hambüchen an olympischen Spielen teil, 2004 in Athen ging er noch leer aus, in Peking 2008 gewann er Bronze und in London 2012 Silber. Angesichts der schwierigen Verletzung, die ihn während der Vorbereitung auf Rio plagte, grenzte es ohnehin an ein Wunder, dass Hambüchen an den Spielen teilnehmen konnte. Umso größer war die Freude, dass der „Vorzeigeathlet“ den Abschluss seiner internationalen Karriere „vergolden“ konnte.

Hessens Trainer des Jahres: Wolfgang Hambüchen
„Wenn Sportler erfolgreich sind, dann liegt das auch am Umfeld, an der Betreuung und an der Familie“ sagte Ministerpräsident Volker Bouffier, der in diesem Jahr auch die Auszeichnung von Hessens Trainer des Jahres vornahm. Das war naheliegend, denn er kennt den Trainer ebenso lange wie dessen Schützling, beide tragen den selben Nachnamen: Wolfgang Hambüchen ist Hessens Trainer des Jahres 2016.
Der Vater von Fabian Hambüchen wurde von den Juroren für die Goldmedaille von Rio ebenso ausgezeichnet, wie für die Tatsache, dass er seinen Sohn über mehr als zwei Jahrzehnte als Trainer begleitet und betreut hat. Schon als Fünfjährigen hatte Wolfgang Hambüchen, damals Hessischer Landestrainer, seinen Sohn Fabian unter den Fittichen und früh sein turnerisches Potenzial erkannt. Über die Jahre hat er es geschafft, Fabian Hambüchen an die Weltspitze des Turnens zu führen und ihn dort zu etablieren. Er war maßgeblich an den Gewinnen von Deutschen, Europa- und Weltmeistertiteln beteiligt und spielte eine wichtige Rolle bei den Gewinnen olympischer Medaillen durch seinen Sohn.
Wolfgang Hambüchen gab sich bescheiden und bedankte sich für die Auszeichnung. Auf die Frage, wie es mit seiner Arbeit nun weitergehe sagte er: „Jetzt ist Schluss und es geht wieder von vorne los: mit Kinderturnen, das macht unheimlich viel Spaß.“

Hessens Mannschaft des Jahres: Die hessischen Spielerinnen der Frauen-Fußball Nationalmannschaft
„Mit dem Gewinn der Goldmedaille im olympischen Fußballturnier ist der Frauen Nationalmannschaft etwas einzigartiges gelungen. An diesem Erfolg hatten hessische Spielerinnen maßgeblichen Anteil“, kündigte Hessens Minister des Innern und für Sport, Peter Beuth, die Preisträgerinnen in der Kategorie „Hessens Mannschaft des Jahres“ an.  Die Kapitänin der Nationalmannschaft,Saskia Bartusiak, Kathrin Hendrich, Mandy Islacker, Siegtorschützin Dzsenifer Marozsan  und Simone Laudehr haben mit dem Gewinn des olympischen Fußballturniers einen weiteren Meilenstein im Frauenfußball gesetzt. „Es hat für uns alle wirklich lange gedauert, bis wir überhaupt begriffen haben, dass wir tatsächlich die Goldmedaille gewonnen haben”, erinnerte sich Saskia Bartusiak, die Kapitänin der Nationalmannschaft, die mit dem Sieg von Rio ihre Karierre im DFB-Dress beendet hatte, an den Tag des Endspiels.

Hessens Sportler des Jahres mit Behinderung: Natascha Hiltrop (SV Lengers)
„Der Weg ist das Ziel und bei ihrem Sport geht es darum, dass die Kugel ihren Weg ins Ziel  findet“, sagte Wiesbadens Oberbürgermeister Sven Gerich in seiner Rede auf Hessens Sportlerin des Jahres in der Kategorie „Sportler mit Behinderung“. Mit dem Gewinn der Silbermedaille bei den Paralympics in Rio hat die 24-jährige Sportschützin erstmals eine Medaille bei paralympischen Spielen errungen. 2012 in London war sie noch leer ausgegangen. Mit dem Ergebnis von Rio setzt Hiltrop eine Entwicklung fort, die 2014 mit dem Gewinn von viermal Silber und einmal Bronze bei der WM der Para-Schützen furios begonnen hatte. Für diese Leistung wurde sie bereits damals von der Jury zu Hessens Sportlerin des Jahres mit Behinderung gewählt. Diesen Titelgewinn konnte die Ausnahmesportlerin in diesem Jahr wiederholen.  

Hessens Newcomer des Jahres: Lisa Mayer (LG Langgöns/Oberkleen)
„Sie ist 'fast and furious', schnell und wild und sie will die schnellste Frau Deutschlands werden“. Günter Berz-List, Vorstand der Schwälbchen Molkerei zeigte sich sichtlich beeindruckt vom Tempo, dass Lisa Mayer an denTag legt. Sie sei nicht nur auf der Tartanbahn schnell unterwegs, im Studium zeige sie sich ebenso zielstrebig und bewältige die Doppelaufgabe bravourös. „Der Sport entschädigt für all dass, was man hineinisteckt, er gibt einem Momente, die für alle Mühen entschädigen“, antwortete die Leichtathletin aus Mittelhessen.
Solche Glücksmomente durfte Lisa Mayer 2016 mehr als einmal erleben. Der 4. Platz mit der 4x100m Staffel bei den olympischen Spielen von Rio war für die 20-jährige Studentin Höhepunkt einer ganz besonderen Saison. Persönliche Bestleistungen über 100 und 200 Meter, deutsche Vizemeisterin, Weltjahresbestzeit mit der Staffel sowie die Bronzemedaille über 4x100m bei der Europameisterschaft in Amsterdam sind eine Bilanz, die sich sehen lassen kann und jetzt mit dem Titel „Hessens Newcomer des Jahres 2016“ belohnt wurde.