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05.11.2016 -

Hauptausschuss des Landessportbundes Hessen tagte:

Der Sport als gesellschaftliche Kraft

Unglaubliches Engagement im Bereich der Integration, enge Zusammenarbeit mit Schulen, vielfältige Förderung der Vereine und vorausschauende Strategien im Leistungssport – in Hessens Sport stecken Dynamik und Verantwortungsbewusstsein. Sportvereine, die sich um geflüchtete Menschen kümmern und sie integrieren oder die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Vereinen, die weiter intensiviert werden soll, sind beste Beispiele dafür. Das wurde auf der Hauptausschusssitzung des Landessportbundes Hessen e.V. (lsb h) deutlich.

Der Hauptausschuss, das zweithöchste Entscheidungsgremium des organisierten Sportes, tagte am Samstag in Frankfurt. Neben Themen, die die ständige wachsende gesamtgesellschaftliche Verantwortung des Sportes spiegelten, stand auch der Blick in die Organisation selbst auf der Tagesordnung. Die vorgelegten Haushaltspläne für das Jahr 2017 und der aktuelle Sachstand zum Bau einer doppelstöckigen Sporthalle in der Otto-Fleck-Schneise 4 in Frankfurt gehörten dazu.
Mit der soliden Haushaltsführung, die die Bildung von Rücklagen beinhaltet, dem Bau der Sporthalle und der Sanierung seines Verwaltungsgebäudes rüstet sich der Landessportbund für die Anforderungen der Zukunft. Das wurde aus dem Bericht  des lsb h-Vizepräsidenten Helmut Meister, zuständig für das Finanzmanagement des Landesportbundes, deutlich. Die von Meister sachorientiert aufgestellten Haushaltspläne schließen ausgeglichen mit 32,1 Millionen Euro ab und wurden einstimmig verabschiedet.

Sachorientiert und erfolgreich gestaltet sich auch das Verhältnis des hessischen Sports zu Politik. „Wir befinden uns im ständigen Dialog mit den Ministerien, zum Teil sogar mit den Ministern selbst“, hatte zuvor Sportbundpräsident Dr. Rolf Müller ausgeführt. Der enge Kontakt zu den Kommunalen Spitzenverbänden, die Teilnahme an Landtagsanhörungen sowie das Engagement in der Kommission zur Änderung der Hessischen Verfassung oder im Asylkonvent nannte Müller als weitere positive Beispiele. Beispiele, die der Präsident beim Deutschen Olympischen Sportbund freilich vergeblich sucht. Man habe gegenwärtig nicht den Eindruck, als würden DOSB und die Vertreter der Bundespolitik auf Augenhöhe operieren, sagte Müller und blickte kritisch auf verschiedene Reformkonzepte des DOSB. Dessen „Aufgaben- und Effizienzanalyse“ oder die Reform der Leistungssportförderung gehörten dazu.

Kritik, die Lutz Arndt, Vizepräsident und verantwortlich für das Ressort Leistungssport, aufgriff. Dass „die Etablierung einer neuen, potenzialorientierten Förderstruktur“ auf einem mathematischen Berechnungsmodell aufsetze, sei nur schwer nachvollziehbar. In Hessen selbst gehe man die Neustrukturierung des Leistungssportes bereits an. Unter anderem steht dabei die Verbesserung der Situation der Landestrainer im Fokus. Generell gelte es, „qualifizierte Trainer zu finden und zu halten“, solle der Leistungssport erfolgreicher sein. Ebenso wie Müller warnte Arndt aber davor, die Erfolge der Athletinnen und Athleten ausschließlich an Medaillen und Titeln zu messen.

Goldmedaillen und Weltmeistertitel kommen im täglichen Vereinssport freilich eher selten vor. Vielmehr stehen hier der Erhalt der Infrastruktur oder Fragen der Ehrenamtsförderung im Fokus. Vizepräsident Rolf Hocke, verantwortlich für den Bereich Vereinsförderung, konnte im Kontext Erfreuliches berichten. Lediglich sechs Monate müssen Vereine auf Zuschüsse warten, die sie vom Landessportbund für Baumaßnahmen oder langlebige Sportgeräte erhalten. Und dass für Hessens Sportvereine vor wenigen Tagen 4,5 Millionen Euro zur Beschäftigung von Übungsleitern, Vereinsmanagern und Jugendleitern bewilligt wurden, rundet das Bild erfreulich ab.

Diese Hilfe und Unterstützung ist für die 7.800 Sportvereine wichtig, sollen sie denn ihre Aufgaben erfüllen. Neben dem reinen Sportangebot engagieren sich die Vereine zunehmend stärker in gesamtgesellschaftlichen Belangen. Die Integration von Flüchtlingen ist ein gutes Beispiel dafür.

So hat die Sportjugend Hessen mittlerweile 352 Sportcoaches ausgebildet. Sportcoaches sind Menschen, die sich speziell um Flüchtlinge kümmern und mit ihrem Wissen und ihren Kontakten bei der Integration helfen. „Mit den Sportcoaches haben wir einen kleinen Schatz gehoben“, merkte denn auch die Sportjugend-Vorsitzende und lsb h-Vizepräsidentin Juliane Kuhlmann an und ergänzte, von 426 hessischen Kommunen beteiligten sich 246 am Landesprogramm „Sport und Flüchtlinge“. Landessportbund und Sportjugend „freuen sich darüber“, so Kuhlmann. Ralf-Rainer Klatt, Vizepräsident und Ressortverantwortlich für den Bereich Sportentwicklung, teilte diese Freude. Er rief den Vereinen zu, ihr Engagement für die geflüchteten Menschen beizubehalten. Die Art und Weise, wie der Sport sich die Flüchtlinge kümmere, sei vorbildlich.

Aber nicht nur das Thema Flüchtlinge, sondern auch und gerade das Thema Schule beschäftigt Hessens Sport. Die noch engere Kooperation mit Schulen steht dabei im Mittelpunkt. Vizepräsident Prof. Dr. Heinz Zielinski berichtete in diesem Zusammenhang von der geplanten Kampagne „Sport bildet und bewegt in Schule und Verein“. Unter anderem soll die Kampagne den Stellenwert des Sportes im Ganztagsangebot, insbesondere in den Grundschulen, weiter erhöhen. Der Landessportbund selbst will dazu unter anderem eine Übungsleiter-Offensive mit dem Schwerpunkt „Übungsleiter im  Ganztag“ durchführen. Die Kampagne als solche soll im Februar 2017 starten. Über die Kampagne soll im Internet und in weiteren Medien berichtet werden.

Ein Stichwort, dass die für den Bereich Kommunikation und Marketing zuständige Vizepräsidentin Dr. Susanne Lapp aufgriff. Der Ausbau der Präsenz des Landessportbundes in den sozialen Medien und die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien waren Stichworte aus ihrem Bericht. Dass es in der Landes-Mediathek nun einen eigenen Bereich für den Sport gebe, spiegele die gute Zusammenarbeit wider.