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19.12.2016 -

Förderprogramm „Sport und Flüchtlinge“ geht in nächste Runde

Landessportbund ruft zur Antragstellung auf

Die Erfolgsgeschichte der hessischen Sport-Coaches wird 2017 fortgeschrieben: Das Land Hessen stellt erneut 2,4 Millionen Euro für das Förderprogramm „Sport und Flüchtlinge“ zur Verfügung. Der Landessportbund Hessen (lsb h) und die Sportjugend Hessen, die Kooperationspartner des Förderprogramms ist, begrüßen diese Entscheidung. „Gleichzeitig wollen wir alle der rund 180 hessischen Städte und Gemeinden, die bisher noch keinen Förderantrag gestellt hatten, in denen aber genügend Flüchtlinge untergebracht sind, dazu aufrufen, diese Möglichkeit zu nutzen“, sagt lsb h-Präsident Dr. Rolf Müller.

Mehr als 350 Sport-Coaches in über 240 hessischen Gemeinden haben im Jahr 2016 ihre Arbeit aufgenommen und so Flüchtlingen einen Zugang zum Sport eröffnet. „Die hohe Resonanz unterstreicht, wie wichtig ein solches Projekt ist. Deshalb wollen wir den Kommunen auch im kommenden Jahr die Möglichkeit geben, von der Landesförderung zu profitieren. Damit können auch Sportangebote für Flüchtlinge unterstützt und Sachmittel hierfür erworben werden“, teilte Hessens Innen- und Sportminister Peter Beuth kürzlich mit.

„Mit der Fortsetzung des Programms geht für uns ein großer Wunsch in Erfüllung“, sagt lsb h-Präsident Müller. „Dass das Konzept dabei ohne Änderungen oder Anpassungen fortgeführt wird, zeigt, dass die Rückmeldungen durchweg positiv gewesen sind. Das ist in großen Teilen unserer Sportjugend zu verdanken, die für die Konzeption verantwortlich zeichnet“, so Müller weiter. Er verweist erneut auf die große integrative Kraft des Sports: „Sport spricht alle Sprachen. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass der Großteil der bisherigen Sport-Coaches aus den Reihen der Sportvereine stammt.“

Sie agieren als Kontaktperson zwischen Sportvereinen, Asylbetreuung, Flüchtlingsunterkünften und Flüchtlingen und ebnen diesen damit den Weg in die Vereine. „Die Geflüchteten stammen aus vielen verschiedenen Ländern. Vereinsstrukturen wie hier in Deutschland gibt es aber in kaum einem dieser Länder. Deshalb ist es wichtig, dass es die Sport-Coaches als Vermittler gibt: Sie erklären, was Vereine sind, welche Möglichkeiten es gibt und an welche Regeln man sich halten muss“, so Müller.

Laut Landessportbund besteht vonseiten der Flüchtlinge dabei ein vielseitiges Interesse: „Natürlich steht Fußball gerade bei den jungen Männern hoch im Kurs“, so der lsb h-Präsident. Doch auch andere Ballsportarten wie Handball, Volleyball oder Basketball würden gut angenommen. Stark nachgefragt werden zudem Gesundheitssportangebote sowie Schwimm- und Fahrradkurse. „Wir wissen aber auch von erfolgreichen Projekten aus den Bereichen Turnen, Leichtathletik, Kampfsport – und Einzelbeispielen aus fast jeder Sportart“, so der Präsident.

Er ruft nicht nur die hessischen Städte und Gemeinden dazu auf, Anträge für das Förderprogramm zu stellen oder ihre erfolgreiche Arbeit mit den Sport-Coaches fortzusetzen. „Auch die hessischen Vereine sind gefragt, aktiv auf die jeweiligen Kommunen zuzugehen und Bereitschaft zur Zusammenarbeit zu signalisieren. Wer aus seinem Verein schon einen möglichen Sport-Coach benennen kann, der macht es den Städten und Gemeinden leichter, sich für das Programm zu entscheiden“, sagt Müller.

Hintergrund: Antragsberechtigt sind Städte und Gemeinden, die mehr als 40 Flüchtlinge untergebracht haben. Je nach Anzahl der Personen kann eine Förderung von 5.000 bis zu 25.000 Euro bewilligt werden. Kommunen, die weniger als 40 Flüchtlinge untergebracht haben, können in Form einer interkommunalen Zusammenarbeit Anträge stellen. Städte und Gemeinden, in denen eine Erstaufnahmeeinrichtung, eine Außenstelle oder Notunterkunft besteht, können zusätzliche Mittel bis zu 15.000 Euro beantragen. Das Geld kann eingesetzt werden für die Aufwandsentschädigungen der Sport-Coaches, Übungsleiter, Schulungsmaßnahmen oder Sachmittel.