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20.05.2017 -

Lsb h zeichnet Engagement für Frauen im Sport aus

Lu-Röder-Preis für Karin Scheunemann

Mit dem Lu-Röder-Preis hat der Landessportbund Hessen e.V. (lsb h) am Samstag in Frankfurt Karin Scheunemann aus Bad Nauheim ausgezeichnet. Der mit 1.500 Euro dotierte Preis wird an Frauen vergeben, die sich über die Maßen um den Sport und vor allem um Belange von Mädchen und Frauen im Sport verdient gemacht haben. Mit dem Preis wird gleichzeitig an die erste Frauenwartin des Landessportbundes Hessen, an Lu Röder, erinnert.

Übungsleiterin, Sportwartin, Schiedsrichterin, Vorsitzende, aber vor allem Motivatorin und Vorbild für zahlreiche Mädchen und Frauen: Seit fast 50 Jahren ist Karin Scheunemann ehrenamtlich in den unterschiedlichsten Funktionen im Sport aktiv. Lu Röders Ziel, Frauen und Mädchen im Sport stark zu machen, habe Karin Scheunemann in vorbildlicher Weise umgesetzt, begründete die Vorsitzende des lsb h-Landesausschusses Frauen im Sport, Beate Schmidt, das Votum der Jury. „Karin Scheunemann hat hunderte Mädchen dazu motiviert, Sport und insbesondere Leichtathletik zu betreiben. Dass ihre Ambitionen und Ziele dabei nicht hinter denen der Männer und Jungen zurückstehen müssen, hat sie durch die Übernahme zahlreicher Ämter selbst bewiesen“, lobte Beate Schmidt. Und für Dr. Rolf Müller, den Präsidenten des Landessportbundes Hessen, ist klar: „An Beispielen wie an dem von Karin Scheunemann wird deutlich, dass es auch heute noch Sinn macht, ganz speziell Frauen für ihr Engagement und für das, was sie für andere Frauen tun, auszuzeichnen.“

Für Karin Scheunemann jedenfalls war und ist ein Leben ohne den Sport unvorstellbar. 1957 trat die Preisträgerin in den LSC Bad Nauheim ein und ist dort seit 1970 bis heute als Leichtathletik-Trainerin aktiv. Von 1973 bis 1978 war sie Frauenwartin in ihrem Verein. Weil sie das zu wenig ausfüllte,  übernahm sie zusätzlich das Amt der Sportwartin – für Frauen damals noch fast ein Novum. Bis 1988 übte sie diese Funktion aus. „Ich bin der Meinung: Es gibt eigentlich nichts, was Frauen nicht können“, sagt die Preisträgerin heute. Diese Überzeugung hat sie an zahlreiche Mädchen und Frauen weitergegeben. Sie ermutigte Mütter, parallel zum Kindertraining eigene Laufgruppen zu gründen, sie ermutigte junge Frauen zu Hammerwurf, Dreisprung und Stabhochsprung, als das noch lange keine Selbstverständlichkeit war. Und im Schulsport redete sie Mädchen gut zu, Dinge einfach mal auszuprobieren und sich von den eigenen Talenten überraschen zu lassen.

„Um etwas zu bewegen, braucht es viele Menschen. Aber vor allem braucht es Menschen, die vorangehen und den Anstoß geben. So eine ist Karin Scheunemann“, fasste Beate Schmidt das unermüdliche Engagement der Preisträgerin zusammen. Im LSC Bad Nauheim, dem Scheunemann von 1999 bis 2006 vorsaß, hat sie gemeinsam mit ihrem Mann Vieles angestoßen: Sie kämpfte für eine Kunststoffanlage im eigenen Waldstadion, rief 1993 einen bis heute beliebten Jedermann-Zehnkampf  ins Leben, an dem auch viele Frauen teilnehmen, und führte als B-Trainerin Mehrkampf zahlreiche Nachwuchsathleten zu Hessischen Meisterschaften.

Darüber hinaus arbeitete sie als Schülerwartin des Hessischen Leichtathletik-Verbandes neue Wettkampfangebote aus. Als ausgebildete Schiedsrichterin war sie auf allen Ebenen im Einsatz – bis hin zu Deutschen Meisterschaften. Im Leichtathletik-Kreis Wetterau begann sie als Frauenwartin. Es folgten die Positionen Sportwartin, zweite und heute erste Vorsitzende.

Der Sport ließ Scheunemann auch in ihrem Beruf als Lehrerin nicht los: Sie unterrichtete nicht einfach, sie vermittelte Spaß an der Bewegung. Klar war für sie dabei: „Mädchen können auch Fußballspielen und es gibt keinen Grund, warum Jungs nicht über den Schwebebalken balancieren sollten.“

Schulsportveranstaltungen, Bundesjugendspiele oder fast 20 Mal mit Schulteams bei den Ausscheidungen für Jugend trainiert für Olympia – das waren für sie Selbstverständlichkeiten. Quasi nebenher noch Waldmeisterschaften für Schulen organisiert, nach der Wende Schul- und Vereinspartnerschaften mit Langensalza in Thüringen aufgebaut, zum Teil fünfmal pro Woche als Trainerin auf dem Platz gestanden und dabei noch zwei Söhne großzogen: „Das alles hat mir Spaß gemacht und macht mir immer noch Spaß. Und so lange das so ist, mache ich weiter“, sagt sie.

Junge Frauen so zu fördern, dass ihnen genauso viel zugetraut werde wie jungen Männern, ist nach wie vor ihr erklärtes Ziel. Ein Ziel, das es in hohem Maße anzuerkennen gilt. Das findet auch Beate Schmidt: „Deshalb hat Karin Scheunemann den Lu-Röder-Preis mehr als verdient.“